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Samstag, 7. März 2015

Chappie

Wem District 9 gefallen hat, dem wird Chappie auch Freude machen. Obwohl Chappie auf Hollywood-Glanz poliert wurde. Das ist sehr schade, weil District 9 schon sehr punkig und näher an der südafrikanischen Realität war. Daraus leidete sich eine Ästehik ab, die man vorher so noch nicht zu sehen bekam.

Chappie erzählt uns die Geschichte von der Vision menschlicher Gefühle fähigen Robotern. Wir sehen, dass der Mensch an sich böse ist und die guten unter ihnen ständig unter die Räder der Bösen kommen. Den Guten muss geholfen werden und das geschieht dadurch, dass das menschliche Bewusstsein auf Roboter übertragen werden kann. Die Bösen arbeiten derweil am bösen Polizeiroboter der alle bösen Gangster dahinraffen soll. Klar, dass die Grenzen zwischen den guten Bösen und den bösen Bösen verwischen und die einen plötzlich auf der Seite des anderen sind. Es mutet dialektisch an, dass am Ende...doch das sei hier nicht verraten, wenn es im Film selber bald klar ist wohin aus das alles laufen soll.

Richtig lustig ist der Einfall, dass die in die Tage kommenden Schauspieler Sigourney Weaver und Hugh Jackmann die Bösen spielen die die Guten sein sollten und die Jungen Darsteller Dev Patel (Who want to be a millionair?) und Sharlto Copley auf der richtigen Seite stehen.

Trotzdem der talentierte Drehbuchautor und Regisseur Neill Blomkamp sich hollywoodisieren lässt (er machte zwischen District 9 und Chappie den Blockbuster Elysium mit Matt Demon), gebe ich dem Film 3.5 Sterne und ein Like.

Freitag, 6. Februar 2015

Edge of Tommorrow

Charmanter mit einem Time Loop  ging kein andere Film um als "Groundhog Day". Schon gar nicht Edge of Tommorrow. In diesem Sinne ist die Grundidee dieses Films auch nicht neu. Genauso wenig wie die Aliens, die doch sehr an jene von H.R. Giger, selig, erinnert.

Was man diesem attestieren kann, ist seine ökonomische Optimierung. Gefühlte 90% des Films herrscht dunkelste Dusterheit. Das erspart viel Detailarbeit am Computer und erlaubt eine schnelle Produktion. Gespart wurde sicher auch an den Dialogen und an der Geschichte an und für sich. Alles andere ist CGI.

Die Story ist mit links in einem Satz erzählt: Cruise gerät in eine Zeitschlaufe, muss als Bürohengst an die Front Aliens killen, was er zu Beginn schlicht nicht kann, aber dank endloser Repetitionen schliesslich zur Meisterhaftigkeit entwickelt. Dann trifft er auf eine Blondine, die wiederum einen durchgeknallten Wissenschaftler kennt, der weiss, dass die Killer-Aliens Alphas sind, die mit Omega per Telepathie verbunden sind und befehligt werden. Also muss Omega gefunden werden, was natürlich easy ist und gleich muss das Teil, dass sich im Pariser Louvre verbuddelt hat, gekillt werden. Das alles ist sowohl französischer Weichkäse als auch die Geschichte so löchrig daher kommt wie Emmentaler. Ich weiss nicht, wem dieses Fondue schmeckt. Trotzdem spielte das Teil siene geschätzen Produktionskosten von 178 Mio. bis 2. Semptember 2014 362 Mio. ein. Je blöder desto mehr Kohle trägt ein solcher Boxoffice-Knaller ein wie mir scheint. Hauptsache es ballert.

Mein Verdikt im LetterboxD-Rating: 2.5 Sterne.

Sonntag, 1. Februar 2015

The Giver

Ich liebe dystopische Filme. Sie fordern den Drehbuchautoren heraus, will er nicht an der Glaubwürdigkeit seiner Geschichte zerbrechen. Zukunftsfilme mit tragischem Ausgang sind eigentlich nicht Kino tauglich und enden sie nicht tragisch, so beschreibt der Film eigentlich keine Dystopie. Eine Gratwanderung also. Auch The Giver geht diesen Weg. Es kommt nicht so schlimm wie es hätte kommen können. Hollywood eben.

In diesem Film leben die Menschen in einer grauen, aber perfekten Welt ohne Emotionen, also ohne Gewalt, Kriege und Armut. Die Gesellschaft ist ausbalanciert, kontrolliert, verlogen und langweilig. Beherrscht wird sie - ach Überraschung - von einem Ältestenrat, angeführt von Meryl Streep, deren Gegenspieler der gute Geber Jeff Bridges gibt.

Bridges braucht einen Nachfolger als der Verantwortliche und Überwacher des alten Wissens der Menschenheit. Dazu übergibt der Geber dem Empfänger sein Wissen und geht damit die Gefahr ein, dass der Empfänger mit dem neu erworbenen Wissen nicht im Sinne des Erfinders umgehen wird. Jonas, gespielt von Brenton Thwaites, entpuppt sich dann nicht als der den man meinte, sondern als spätpubertierender Rebell.

Die Geschichte ist arg konstruiert. Warum soll eine Gesellschaft, die ihre Geschichte ausgelöscht haben, trotzdem noch eine Bibliothek führen? Und warum soll da einer Garant sein für eine Zukunft, falls das was ist schiefgeht? So zaudernd und zweifelnd kommt Streep stellvertretend für den Ältestenrat gar nicht daher.

Nun, vielleicht will der Film eine Botschaft an seine Zielgruppe vermitteln, sich nämlich etwas mehr um die Geschichte, die Menschheit und ihre Künste interessieren als an der oberflächlichen Kommunikation ihrer SmartPhones zu zerbrechen.

Der Jungschauspieler Brenton Thwaites ist ein Glücksfall für diese Rolle. Er strahlt die Rebellion fast so gut aus wie damals James Dean. Fast, er kann sich noch steigern. Und vielleicht hat man auf Seiten der Produzenten ein Einsehen und macht Filme für ihn, damit er an guten Geschichten wachsen kann.

Mein LetterboxD-Rating.

Samstag, 6. Dezember 2014

The Maze Runner

The Maze Runner, eine mehr oder weniger nette Variante zu all dieser Teenyfilme, die Teenies als Opfer einer absolutistischen Macht missbrauchen.

Eine weitere Variante zu Herr der Fliegen, wo es darum geht die menschliche Natur, die eine tierische ist, blosszulegen und alles was Recht ist zu opfern. Was wollen uns diese Menschenjagd-Filme eigentlich sagen? Was dem Zielpublikum, das vermutlich mit der Altersgruppe der Darsteller identisch ist? Ist es der Hinweis darauf, wie dünn eigentlich das Eis ist auf dem sich unsere Zivilisation abspielt und wie wenig es braucht, bis das was unter unseren Füssen fest zu sein scheint, bricht? Oder geht es darum bewusst zu machen, dass nur eine Chance hat, wer sich stark macht, stark bleibt und stark sich durchsetzt, sollte es einmal soweit sein? Wo aber bleiben dann die, die nicht stark sein wollen oder können? Folgen sie dann einfach jenen, die sich stark zeigen? Wer identifiziert sich dann noch mit den Schwachen, die auf den Schutz unser aller angewiesen sind? 

Zeitgeist Sozialdarwinismus.

Wie gefährlich und abscheulich ist denn das? Da lob ich mir die Superhelden aus der Comicwelt. Denn diese stellen sich immer in den Dienst der Schutzbedürftigen. Es geht nicht um ihr Überleben, sondern um das Leben aller. Diesen Shift müssen wir im Auge behalten und ihm seine Subtilität nehmen.


Keine Belohnung, nur 1.5 Sterne für diesen ideologisch verbrämten Film.

Samstag, 19. Juli 2014

Lucy

Es gibt einige Filmautoren/ Regisseure, deren Filme verpasse ich nie. Luc Besson gehört zu ihnen. Es gibt ein paar Schauspielerinnen, die verpasse ich nie. Scarlett Johansson gehört dazu. Es gibt einige Schauspieler, deren Filme verpasse ich nie. Morgan Freeman gehört dazu. Drei gute Gründe also, Lucy anzuschauen und ihn für gut zu empfinden.

Lucy wird gezwungen, Drogen unbekannter Art in ihrem Körper zu schmuggeln. Es kommt wie es kommen muss, die Drogen setzen sich frei und Lucy wird zu einer grotesk übermenschlichen Figur mit ungeahnten Fähigkeiten. Die sich permanent weiterentwickeln bis zu dem Punkt wo alles Lucy ist.

Luc Besson hat eine Obsession für starke Heldinnen, das steht ausser Frage. Man denke nur an Nikita, The 5th Element, Bandidas, die Frauenrollen in Transporter usw. Bei Lucy kommt zur Heldenhaftigkeit noch die grenzenlose Intelligenz dazu, die er Lucy angedeihen lässt. Das ist alles eher untypisch für einen Franzosen und erst recht für einen französischen Mann.

Der Plot von Lucy trägt gut auf weite Strecken, doch gegen Schluss überzieht Besson ins Absurde und damit in die Beliebigkeit. Das macht den Film kaputt. Aber trotzdem: es lohnt sich einmal mehr, Scarlett bei ihrem Spiel zu beobachten.

Es gibt 3.5 Sterne bei LetterboxD.

Samstag, 12. Juli 2014

The Purge: Anarchy

Warum ums Himmels Willen schaut man sich solche Filme wie The Purge überhaupt an und dann gerade noch auf eine US-Reise? Als wäre das sich Verfahren in Miami nicht Nerven strapazierend genug.

Viel gibt es über diesen Film nicht zu sagen. Wer noch nichts von The Purge - die Säuberung und eben diesem Sequel gehört hat, kann es sich sparen. Ausser man ist auf etwas extra Adrenalin aus und will sich nicht mit einem realen Sprung ins Leere unnötigen Gefahren aussetzen. Dann nichts wie reinziehen.

Das Muster ist einfach. Es geht darum eine Nacht zu überleben, in der jedes Verbrechen erlaubt ist und ungeahndet bleibt. Man kann sich der Abschlachterei hingeben oder sich selber ausmalen, wen man in einer solchen Nacht aus dem Weg räumen würde. Insofern ertappt man sich in diesem Film dabei, nicht ganz frei von Rachegelüsten zu sein. Auch eine gute Therapie. Allerdings auch nur, wenn man nicht zur tat schreitet.

Der Film, bzw. die beiden Filme müssen also nicht unbedingt sein. Man lernt nicht viel dabei.

Mein LetterboxD-Rating: 2.5 Sterne.

Sonntag, 11. Mai 2014

Snowpiercer

Vermutlich habe ich eine Neigung zu Klaustrophobie, habe es aber nie abklären lassen. Sie kann nicht sehr ausgeprägt sein, schlüpfte ich doch in jüngeren Jahren zweimal durch den sogenannten Jumpfernschlupf, dem Eingang zum Höhlensystem des Nidlelochs auf dem hinteren Weissenstein, hoch über Solothurn. Jedenfalls kenne ich das Gefühl uns dieser Film löste es einige Male aus. Zwar ist der Zug ungleich grösser als ein Jurahöhleneingang. Aber zu wissen, dass das Leben für immer in einem völlig hermetisch abgeschlossenen, in einer eisigen Landschaft dahin schiessenden Zug stattfinden, hat etwas sehr Beengendes an sich. Als Schweizer weiss ich von was ich rede, wenn ich beengend meine.

Was mich an dieser Snowpiercer-Geschichte fasziniert, ist die sowohl holzschnittartige wie auch subtile Darstellung der im Zug gefangenen Gesellschaft. Statt oben und unten ist hier vorne und hinten. Und trotzdem alle im selben Zug. Endet die Fahrt, so endet sie für alle. Eine wunderbare Metapher. Vielleicht sollte man mehr von der Umverteilung von hinten nach vorne sprechen als von unten nach oben.

So geschieht es denn, dass die Masse im Zug, die in elenden Umständen lebt, sich auf macht, um die reichen Herrschenden vorne auf der Lokomotive vom Steuer zu verdrängen. Von diesem Grundkonflikt lebt der Film. Und es soll hier nun auch nicht weiter verraten werden, was in diesem sehr speziellen Zug alles möglich ist. Der Film lohnt sich.

Darum gebe ich bei LetterboxD 3.5 Sterne.

Sonntag, 27. April 2014

Divergent

Es war ja nicht anders zu erwarten, dass nach dem Erfolg von Harry Potter sowohl als Filme als auch als Buchserie viele Nachahmer auf dem Markt erscheinen werden. Divergent gehört auch dazu. Der Film basiert auf der Buchserie von Veronica Roth. Die drei Bücher habe ich nicht gelesen.

Den Film habe ich mir angeschaut, weil ich mir die meisten Filme anschauen, die sich in der Zukunft ansiedeln. Die dichterische Freiheit ist in einem futuristischen Kontext grösstmöglich. Allerdings auch die Anforderung an die Fantasie der Macher eine glaubwürdige Vision zu entwerfen. Ungereimtheiten nerven mich rasch.

Divergent hat immerhin diese Hürde genommen. Es könnte so kommen wie in diesem Film dargelegt wird. Insofern ist die Geschichte solide. Der Film aber scheint irgendwie ab dem Fliessband zu kommen. Die Figuren sind nicht prägnant, bleiben kaum im Gedächtnis hängen und lassen alles in allem den Film farblos zurück. Einfach Dutzendware halt.

Positiv ist sicher, dass dieser Film der Reihe "Frauenheldinnen" zugezählt wird. Das scheint derzeit Mode zu sein. Siehe auch Tribute von Panem.

Trotzdem mein LetterboxD-Rating bloss mit zwei Sternen.