Der belgische Regisseur Erik Van Looy zieht in seinem englischen Remake von The Loft ein echtes, auf weite Phasen ein spannendes Vexierspiel auf.
Fünf treulose Ehegatten kaufen sich ein gemeinsames Liebesnest für die Realisierung ihrer schärfsten Träume. Das geht so lange gut, bis sie eine mit Handschellen ans Bett gefesselten, scheinbar toten Frau finden. Einer von ihnen muss offensichtlich durchgedreht haben. Schliesslich gibt es nur fünf Schlüssel zur Loft. Der Film dreht sich nun kammerspielmässig umgesetzt um die Frage, wer der Mörder war.
So einfach ist der Plot. Komisch ist, dass Van Looy trotzdem zu erzählerischen Tricks greifen muss, die derart durchsichtig oder widersprüchlich sind, dass man als Zuschauer um Durchhänger nicht herum kommt. Ohne viel zu verraten, sei hier kritisiert, dass falsche Spuren legen vielleicht eher etwas für Vorpubertierende ist, nicht aber für durchschnittlich wache Zeitgenossen. Irgendeinmal langweilen einen die falschen Fährten. Ärgerlich wird es dann, wenn die ermittelnden Kriminalbeamten so hilflos wirken, dass die dann irgend einmal im Dialog selber feststellen müssen, dass sie nicht so doof sind. Das ergibt den einzigen Lacher in diesem Film, der ernsthaft ein Thriller sein möchte.
Das schafft er schon deshalb nicht wirklich, weil dem Kameramann offensichtlich jedes Talent abgeht, die Bilder in einem echten Thrill festzuhalten. Darum hier der Fernrat: Schaut euch bei Hitchcock um, der wusste mit minimalsten Mitteln, wie man eine simple Geschichte mit wenigen Kameraeinstellung auf Hochspannung trimmte.
Mein LetterboxD-Verdikt: 2 Sterne.
Es geht um Bücher, und um Filme und darum auch um mich, der Buch und Film rezipiert, kommentiert und zur Diskussion stellt.
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Mittwoch, 18. März 2015
Sonntag, 22. Februar 2015
Wild Card
Als Fan von Jason Statham würde ich mich nicht unbedingt verstehen. Ich mochte ihn in den Transporter-Reihe als Gentleman-Martial-Art-Kämpfer. Aber in diesem neuen Film Wild Card vergibt er und die Crew so ziemlich alles was man vergeben kann.
Zufälligerweise spielt der Film im selben Milieu wie The Gambler mit Mark Wahlberg. Erreicht aber nie dessen Spannung und Hintergründigkeit. Es geht um einen abgetakelten Bodycard, der etwelche Mühe bekundet mit Spielsucht umzugehen. leider schafft Statham diesen Part nicht. Es geht ihm die Tiefgründigkeit eines Suchtkranken komplett ab. Wir sehen einen Statham an der Grenze seiner Schauspielkunst.
Alles ist ausgesprochen plump. Der miese Schnitt bei den Prügeleien, die spannungslose Story, die Drittklasse-Mit- und Gegenspieler. Und es gibt nicht den Hauch einer Frauenfigur, die einen Helden erst zu einem Helden macht. Vielleicht mag ich seine Ex-Freundin Holly einfach nicht, weil die ihrem Übeltäter mit einer Gartenschere an die Kronjuwelen geht. So etwas tut man auch in einem Film einfach nicht. Eine Tracht Prügel von Statham müsste vollauf genügen.
Das Budget für diesen Film soll 30 Mio. $ betragen haben. Keine Ahnung, in welchen Teil das Geld gesteckt wurde. Man sieht davon den ganzen Film nichts. Mit soviel Geld würden europäische Autorenfilmer wesentlich mehr machen.
Ich gebe dem Film bei LetterboxD bloss 1.5 Sterne.
Zufälligerweise spielt der Film im selben Milieu wie The Gambler mit Mark Wahlberg. Erreicht aber nie dessen Spannung und Hintergründigkeit. Es geht um einen abgetakelten Bodycard, der etwelche Mühe bekundet mit Spielsucht umzugehen. leider schafft Statham diesen Part nicht. Es geht ihm die Tiefgründigkeit eines Suchtkranken komplett ab. Wir sehen einen Statham an der Grenze seiner Schauspielkunst.
Alles ist ausgesprochen plump. Der miese Schnitt bei den Prügeleien, die spannungslose Story, die Drittklasse-Mit- und Gegenspieler. Und es gibt nicht den Hauch einer Frauenfigur, die einen Helden erst zu einem Helden macht. Vielleicht mag ich seine Ex-Freundin Holly einfach nicht, weil die ihrem Übeltäter mit einer Gartenschere an die Kronjuwelen geht. So etwas tut man auch in einem Film einfach nicht. Eine Tracht Prügel von Statham müsste vollauf genügen.
Das Budget für diesen Film soll 30 Mio. $ betragen haben. Keine Ahnung, in welchen Teil das Geld gesteckt wurde. Man sieht davon den ganzen Film nichts. Mit soviel Geld würden europäische Autorenfilmer wesentlich mehr machen.
Ich gebe dem Film bei LetterboxD bloss 1.5 Sterne.
Samstag, 21. Februar 2015
The Gambler
Immer wenn die Story wie hier im The Gambler ölig daher kommt, bietet sich die Chance für den Zuschauer sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ich liebe es, mir die Schauspieler in einem solchen Fall genauer anzuschauen. Das wäre mir aus dem Stand mit Mark Wahlberg nicht in den Sinn gekommen. Er ist, nein er war bisher für mich bloss ein Schauspieler der 3. Reihe. Doch in diesem Film läuft Wahlberg zu seiner Kunst auf. Er spielt die Rolle des Spielers auf zwielichtige Weise. Einerseits spielt er einen Literaturprofessor, der seinen desinteressierten Studierenden den Existentialismus näher bringen will und andererseits den eines Spielsüchtigen, der weder sich noch seine Sucht im Griff zu haben scheint.
Die Geschichte basiert fern auf Der Spieler von Fjodor Dostojewski und beschreibt die Leiden eines Süchtigen, der sich kaum von Blackjack lösen kann und so ziemlich alles und noch einiges mehr verspielt. Der Film ist ein Remake aus dem Jahr 1974. Kann sein, dass es solche Leidenden auch im 21. Jahrhundert noch gibt. Wäre vielleicht einmal an der Zeit eine Geschichte zu schreiben oder zu verfilmen, der sich mit neueren Spielsucht-Phänomenen auseinander setzen würde. Mit Computergames kann in der Regel nur Zeit und weniger Geld verzockt werden, Glaubwürdigkeit und Akzeptanz in der Gesellschaft aber auf jeden Fall.
Was wäre ein Zockerfilm ohne Romanze. Wenn schon gesellschaftlich abseits, dann konsequent. So lässt sich der bedrängte Gambler mit einer Studentin ein. Brie Larson gibt diese Studentin. Ein neues Gesicht für mich und eines, das man vermutlich in den nächsten Jahren öfters sehen wird.
Gambler-Typen faszinierten mich immer. Und wäre ich etwas mutiger oder leichtsinniger, mein Schicksal im entsprechenden Kontext wäre besiegelt gewesen. Vermutlich darum habe ich für diesen Film und für Wahlberg eine bestimmte Sympathie. Vielleicht weil das musikalische Outro des Films von M83 sprichwörtlich ergreifend ist:
Ich gebe dem Film im LetterboxD-Rating ein Like, aber für die Gesamtleistung des Films bloss 3.5 Sterne.
Die Geschichte basiert fern auf Der Spieler von Fjodor Dostojewski und beschreibt die Leiden eines Süchtigen, der sich kaum von Blackjack lösen kann und so ziemlich alles und noch einiges mehr verspielt. Der Film ist ein Remake aus dem Jahr 1974. Kann sein, dass es solche Leidenden auch im 21. Jahrhundert noch gibt. Wäre vielleicht einmal an der Zeit eine Geschichte zu schreiben oder zu verfilmen, der sich mit neueren Spielsucht-Phänomenen auseinander setzen würde. Mit Computergames kann in der Regel nur Zeit und weniger Geld verzockt werden, Glaubwürdigkeit und Akzeptanz in der Gesellschaft aber auf jeden Fall.
Was wäre ein Zockerfilm ohne Romanze. Wenn schon gesellschaftlich abseits, dann konsequent. So lässt sich der bedrängte Gambler mit einer Studentin ein. Brie Larson gibt diese Studentin. Ein neues Gesicht für mich und eines, das man vermutlich in den nächsten Jahren öfters sehen wird.
Gambler-Typen faszinierten mich immer. Und wäre ich etwas mutiger oder leichtsinniger, mein Schicksal im entsprechenden Kontext wäre besiegelt gewesen. Vermutlich darum habe ich für diesen Film und für Wahlberg eine bestimmte Sympathie. Vielleicht weil das musikalische Outro des Films von M83 sprichwörtlich ergreifend ist:
Ich gebe dem Film im LetterboxD-Rating ein Like, aber für die Gesamtleistung des Films bloss 3.5 Sterne.
Freitag, 20. Februar 2015
The Company You Keep
Robert Redford produzierte, führte Regie und spielte die Hauptrolle in The Company you Keep.
Der Film ist eine Parabel auf die 68er Generation. Er dreht sich um die revolutionär-kommunistischen studentischen Weathermen-Organisation. Nun erzählt uns Redford nicht die Geschichte dieser Bewegung, sondern jene der 30 Jahre lang verfolgten Aktivisten im Jahr 2007, die inzwischen mehr oder weniger ein bürgerliches Leben ausserhalb des politischen Geschehens verbringen.
Jim Grant lebt unerkannt mit als alleinerziehender Vater einer 12jährigen Tochter. Dann wird in unmittelbarer Nähe eine ehemalige Aktivistin verhaftet, was darauf schliessen liess, dass das FBI auch im nah auf den Fersen ist. So macht er sich auf die Suche nach einer Mitstreiterin, mit der er damals sehr nah liiert war und die bezeugen konnte, dass er bei einem Banküberfall mit Mordfolge nicht dabei war. Dicht auf seinen Fersen folgt im der Jungjournalist Ben Shepard, gespielt von Shia LaBeouf in einer ihm auf den Leib geschnittenen Rolle, die er für einmal mit gesetzter Zurückhaltung ausgezeichnet spielt. Er weiss immer etwas mehr als das FBI, kommt aber zum Ende nicht zu jener Story, die er meint. Dafür lernt er eine Lektion über Engagement und Politik, die sein Leben beeinflussen wird.
Die Moral von der Geschichte dieses cineastisch nicht allzu bedeutenden Films lernt uns, dass gesellschaftliche Utopien nicht von heute auf morgen in Realität umzusetzen sind. Radikalität im Denken mag zulässig sein, hingegen in der Realität wendet sie sich gegen die Akteure selber. Am Ende sind wir uns immer selber lieb. Das ist die beste Art die Welt zu verändern. In kleinen Schritten mit einem Zeithorizont von 100 Jahren. Das macht uns gelassen.
Für diese unideologische und nüchterne Analyse gebe ich Redfords Film im LetterboxD-Rating eine 3.5 mit einem Like.
Sonntag, 4. Januar 2015
Nightcrawler
Dass sich Jake Gyllenhaal auf diesen kleinen Film Nightcrawler eingelassen hat, rechne ich ihm hoch an. Eigentlich ist es ein typischer Independent Film mit einer typischen Independent Film Geschichte.
Ein zunehmend skrupellos werdender VJ sucht die blutrünstige Story auf den Strassen von L.A., egael was sie ihn und vor allem andere kostet. Nur, um seine eigene Karriere vorwärts zu pushen und Kohle zu machen, geht der Mann sprichwörtlich über Leichen.
Eigentlich sehen wir keinen Fictionfilm, sondern eine Dokumentation einer Realität in der sich heute das Mediengeschehen abspielt. Eine einzige Suche nach der nächsten Aufregung, um die gelangweilten Gesellschaften zu unterhalten. Gyllenhaal spielt die Rolle überzeugend. Am Schluss des Films mag man ihn, die Figur, die Gyllenhasl darstellt, gar nicht mehr. Ein Widerling wie ihn nur eine zynische Gesellschaft hervorbringen kann.
Der Film hat 4 Sterne verdient. Und die Empfehlung, ihn an jeder Journalistenschule zum Pflichtstoff zu erklären.
Freitag, 5. Dezember 2014
The Equalizer
Mir tut Denzel Washington leid. Warum nur legt er sich auf das Rollenfach des unstatthaften Rächers fest?
Es geht um nicht mehr als das Unrechtes mit Unrechtem Recht gemacht wird. Ein dramaturgisches Konzept, das man billig haben kann. So ist das Leben nicht, wir können es so nicht wollen. Checken das alle? The Equalizer ist irre geleitetes Kino und Washington entsprechend ein irre geleiteter Schauspieler.
Es geht um nicht mehr als das Unrechtes mit Unrechtem Recht gemacht wird. Ein dramaturgisches Konzept, das man billig haben kann. So ist das Leben nicht, wir können es so nicht wollen. Checken das alle? The Equalizer ist irre geleitetes Kino und Washington entsprechend ein irre geleiteter Schauspieler.
Haben wir in diesem Film seinen Abgesang gesehen? Mehr habe ich zu diesem Film nicht zu sagen. Leider.
1 Stern, mehr nicht.
Samstag, 12. Juli 2014
The Purge: Anarchy
Warum ums Himmels Willen schaut man sich solche Filme wie The Purge überhaupt an und dann gerade noch auf eine US-Reise? Als wäre das sich Verfahren in Miami nicht Nerven strapazierend genug.
Viel gibt es über diesen Film nicht zu sagen. Wer noch nichts von The Purge - die Säuberung und eben diesem Sequel gehört hat, kann es sich sparen. Ausser man ist auf etwas extra Adrenalin aus und will sich nicht mit einem realen Sprung ins Leere unnötigen Gefahren aussetzen. Dann nichts wie reinziehen.
Das Muster ist einfach. Es geht darum eine Nacht zu überleben, in der jedes Verbrechen erlaubt ist und ungeahndet bleibt. Man kann sich der Abschlachterei hingeben oder sich selber ausmalen, wen man in einer solchen Nacht aus dem Weg räumen würde. Insofern ertappt man sich in diesem Film dabei, nicht ganz frei von Rachegelüsten zu sein. Auch eine gute Therapie. Allerdings auch nur, wenn man nicht zur tat schreitet.
Der Film, bzw. die beiden Filme müssen also nicht unbedingt sein. Man lernt nicht viel dabei.
Mein LetterboxD-Rating: 2.5 Sterne.
Viel gibt es über diesen Film nicht zu sagen. Wer noch nichts von The Purge - die Säuberung und eben diesem Sequel gehört hat, kann es sich sparen. Ausser man ist auf etwas extra Adrenalin aus und will sich nicht mit einem realen Sprung ins Leere unnötigen Gefahren aussetzen. Dann nichts wie reinziehen.
Das Muster ist einfach. Es geht darum eine Nacht zu überleben, in der jedes Verbrechen erlaubt ist und ungeahndet bleibt. Man kann sich der Abschlachterei hingeben oder sich selber ausmalen, wen man in einer solchen Nacht aus dem Weg räumen würde. Insofern ertappt man sich in diesem Film dabei, nicht ganz frei von Rachegelüsten zu sein. Auch eine gute Therapie. Allerdings auch nur, wenn man nicht zur tat schreitet.
Der Film, bzw. die beiden Filme müssen also nicht unbedingt sein. Man lernt nicht viel dabei.
Mein LetterboxD-Rating: 2.5 Sterne.
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